Swisstransplant

 

Swisstransplant ist die nationale Organisation, die für die Organspende verantwortlich ist. Swisstransplant führt eine bundesweite Liste von Transplantationen und bringt Personen, die eine Transplantation benötigen, mit Organspendern in Verbindung. Wenn die Notwendigkeit einer Transplantation für ein Kind anerkannt ist, wird es auf die Warteliste von Swisstransplant gesetzt.  Hier geht es zur offiziellen Website von Swisstransplant www.swisstransplant.org/

 

DER SPENDER

Bei der Lebertransplantation wird die Leber eines Patienten verwendet, der sich in einem Zustand des Hirntods befindet. Dieser Patient ist der „Organspender“ und Ihr Kind wird zum „Organempfänger“. Da in unserem Land nur sehr wenige Kinder an Hirntod sterben, müssen wir oft einen Teil der Leber eines Erwachsenen oder eines grossen Kindes nehmen, um ihn Ihrem Kind zu geben. In einem solchen Fall kann der verbleibende Teil der Leber einem anderen Empfänger implantiert werden. So können zwei Leben gerettet werden.

Wenn eine Familie entscheidet, die Organe eines ihr lieben Menschen, der für hirntod erklärt wurde, zu spenden, leitet Swisstransplant die Beurteilung der Organe, die möglicherweise transplantiert werden, ein. Die Krankenvorgeschichte des Spenders wird geprüft, und es werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um die Funktionstüchtigkeit der Organe zu überprüfen und ein eventuelles Vorhandensein von Hepatitis, des HIV-Virus oder anderer Viren festzustellen. Auf der Grundlage dieser Informationen ermittelt unser Transplantationsteam dann, ob das Organ für die Transplantation akzeptabel ist. Der Chirurg, der das Organ entnimmt, prüft es, um sich zu vergewissern, dass es keine erkennbaren Anomalien aufweist. Er kann auch eine kleine Gewebeprobe der Leber entnehmen (Biopsie), um eine detaillierte Untersuchung mit dem Mikroskop durchzuführen. Trotz all dieser Vorsichtsmassnahmen besteht immer noch ein geringes Risiko, dass die Leber nach der Transplantation nicht so arbeitet, wie sie sollte („primäre Nichtfunktion“).  Wenn dieser Fall eintritt, benötigt Ihr Kind so schnell wie möglich eine erneute Transplantation.

Normalerweise entspricht die Blutgruppe des Spenders der Blutgruppe Ihres Kindes (mit Ausnahme der Blutgruppe O, die allen Empfängern zugewiesen werden kann). Während O die Blutgruppe eines universellen Spenders ist, ist AB die Blutgruppe eines universellen Empfängers, d. h. ein Kind mit der Blutgruppe AB kann eine Leber eines Spenders mit der Blutgruppe A, B, AB oder O empfangen. Wenn die Transplantation notfallmässig durchgeführt werden muss, kann es sein, dass das Chirurgenteam eine andere Blutgruppe akzeptiert als die Ihres Kindes (für ein Kind, das nicht die Blutgruppe AB hat) oder eine andere als die Gruppe O. Man spricht dann von einer „inkompatiblen“ Blutgruppe. Jüngste Daten aus der Literatur legen nahe, dass die Verwendung einer Leber mit einer so genannten „inkompatiblen“ Blutgruppe kein bedeutendes Risiko für den Empfänger darstellt. Wenn der Chirurg und der Hepatologe sich für diese Option entscheiden, werden sie Sie informieren und Ihnen ihre Gründe erläutern.

Um die Anonymität der Familie des Spenders zu wahren, teilen wir Ihnen keine Informationen über Ihren Spender mit. Wenn Sie oder Ihre Familie es wünschen, können Sie ein Dankesschreiben verfassen und/oder Ihr Kind kann ein Bild für die Familie des Spenders malen, die über Swisstransplant weiterzuleiten sind. Geben Sie sich bitte nicht durch Ihren Familiennamen oder sonstige persönliche Informationen wie etwa ein Foto zu erkennen. Übergeben Sie das Schreiben dem Bezugspfleger des kranken oder lebertransplantierten Kindes, der dafür sorgen wird, dass die Familie des Spenders es erhält.

Zudem besteht gelegentlich die Möglichkeit, eine Lebertransplantation von einem lebenden Spender vorzunehmen. In diesem Fall handelt es sich oft um eine Person der Familie des Kindes, die einen Teil ihrer Leber spendet. Wir besprechen diese Möglichkeit im Rahmen der Bestandsaufnahme vor der Transplantation, bevorzugen aber Transplantationen einer (Teil‑)Leber eines verstorbenen Spenders, denn das Risiko einer Organentnahme bei einem lebenden Spender, sowie die psychische Belastung, sind für die Familie enorm hoch.

 

VERTEILUNG DER ORGANE

Wenn Swisstransplant über die Leber eines Spenders verfügt, teilt sie sie einem Patienten, der auf der nationalen Liste steht und auf eine Transplantation wartet, zu. Die Lebern werden vorrangig den Patienten angeboten, die sie am dringendsten brauchen. Die Priorität eines Patienten wird anhand mehrerer Faktoren bestimmt, zu denen die medizinische Dringlichkeit, seine Blutgruppe und seine Grösse gehören. Die Grösse der Leber des Spenders muss zu der des Empfängers passen. Ein Kind kann die Leber eines anderen Kindes empfangen oder einen Teil der Leber eines Erwachsenen. In letztgenanntem Fall kann der verbleibende Teil der Leber einem Erwachsenen implantiert werden. So wird die Leber des Spenders zwei kranken Menschen zugeteilt. Die Zuteilung von Organen erfolgt anhand des MELD-Score und unterliegt der Transplantationsverordnung.

 

Swisstransplant –  An wen können sich Betroffene wenden?