Fulminante Hepatitis oder akute Leberinsuffizienz 

 

Die aktue hepatozelluläre Insuffizienz (oder akute Leberinsuffizienz) ist ein kritischer und lebensbedrohlicher Zustand. Dabei arbeiten die Hepatozyten nur unzureichend, was schwerwiegende Folgen haben kann. Ein Kind kann dann verwirrt, unruhig oder gar komatös sein. Es kann Koagulationsprobleme haben, mit einer damit verbundenen Neigung zu spontanen Blutungen. Die akute Leberinsuffizienz kann zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum führen, die man als „Aszites“ bezeichnet. Sie kann auch die Ursache für eine Niereninsuffizienz oder für Stoffwechselprobleme wie zu hoher Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) sein.

Die akute hepatozelluläre Insuffizienz tritt plötzlich ein bei einem Patienten bei guter Gesundheit. Die Leberinsuffizienz hat viele Gründe, die leider nicht immer sehr klar sind. Zu den bekannten Gründen gehören Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Autoimmunsystems, aber auch bestimmte Substanzen, die für die Leber toxisch sein können. Mehrere Medikamente können toxisch sein, wenn sie überdosiert sind, wie beispielsweise Paracetamol, das in mehreren fiebersenkenden oder schmerzlindernden Medikamenten enthalten ist. In der Standarddosierung ist die Einnahme von Paracetamol unbedenklich. Pilze der Familie der Wustlingsverwandten (Amanitaceae) sind ein Beispiel für nicht medikamentöse Substanzen, die für die Leber toxisch sein können.  Infektionen, vor allem viraler Art, können ebenfalls die Ursache für eine Leberinsuffizienz sein.

Die Therapie hängt von den Ursachen der Leberinsuffizienz ab. Im Allgemeinen überwachen die Ärzte ein solches Kind intensiv und versuchen, dessen lebenswichtigen Funktionen und die Leberfunktionen aufrechtzuerhalten. Die letzte Behandlungsmöglichkeit ist eine sofortige Lebertransplantation.

Dr. Samuel Luethold

2011