Die Untersuchungen, denen sich ihr Kind unterziehen muss

 

Diese Bestandsaufnahme ist aufwendig und umfassend. Sie erfordert mehrere Blutentnahmen, eine Infusion („Tröpfchen für Tröpfchen“), Ultraschalluntersuchungen, in einigen Fällen eine Leberbiopsie, eine Computertomographie oder eine gastrointestinale Endoskopie. Die drei zuletzt genannten Untersuchungen werden unter Allgemeinanästhesie, d. h. unter Vollnarkose durchgeführt. Trotz des sehr vollen Programms und der Belastungen werden Sie in dieser Woche Gelegenheit haben, sich mit dem Zentrum, mit der Abteilung, mit den Pflegern und mit den Ärzten vertraut zu machen und alle Fragen zu stellen, die Ihnen in den Sinn kommen. Im Folgenden sind die gängigsten Untersuchungen aufgeführt:
 

BLUTUNTERSUCHUNGEN

Sie ermöglichen den Ärzten, die Funktion von Leber und Nieren Ihres Kindes besser kennenzulernen und verschiedene Arten von Hepatitis, das HIV-Virus oder andere Virusinfektionen zu erkennen.  Zur Untersuchung gehört auch die Bestimmung der Blutgruppe. Gelegentlich muss auch den Eltern Blut abgenommen werden.
 

ELEKTROKARDIOGRAMM (EKG) UND ECHOKARDIOGRAPHIE

Das Elektrokardiogramm (EKG) und die Echokardiographie (auch Herz-Ultraschall genannt) ermöglichen die Beurteilung des Herzens und der gesamten Herzfunktion Ihres Kindes.

 

URINUNTERSUCHUNGEN

Hierbei werden die roten Blutkörperchen, die Proteine und die Bakterien im Urin untersucht sowie die Elektrolyte (die „Salze“ in einer Flüssigkeit, beispielsweise Natrium oder Kalium) und ihre Ausscheidung.
 

ABDOMEN-ULTRASCHALL ODER BAUCHULTRASCHALL

Beim Ultraschall werden Schallwellen genutzt, um die Grösse und die Form der Leber und aller anderen Organe in der Bauchhöhle darzustellen. Mit ihr lässt sich ausserdem erkennen, ob die Blutgefässe der Leber normal sind. Gelegentlich wird nach einer Ultraschalluntersuchung – bei Kleinkindern unter Vollnarkose – noch eine Computertomographie (CT) durchgeführt, um bestimmte Strukturen besser darzustellen.

 

LEBERBIOPSIE ODER LEBERPUNKTION

Die Leberbiopsie wird unter Vollnarkose durchgeführt. Bei diesem Eingriff entnimmt der Arzt ein kleines Stück der Leber, in der Regel mit einer kleinen Saugnadel durch die Haut (Punktion). Ihr Kind muss einige Stunden nach diesem Eingriff nüchtern bleiben.

 

GASTROINTESTINALE ENDOSKOPIE

Die gastrointestinale Endoskopie, die ebenfalls unter Vollnarkose durchgeführt wird, ermöglicht die Darstellung der Speiseröhre, des Magens und des ersten Teils des Darms. Ihr Ziel ist es, beispielsweise Oesophagusvarizen (Krampfadern der Speiseröhre) zu erkennen.

 

ABSCHLUSS DER BESTANDSAUFNAHME

Zum Abschluss dieses ersten Aufenthaltes gibt das Ärzteteam Ihnen eine vorläufige Einschätzung der eventuellen Notwendigkeit einer Lebertransplantation. Bevor wir eine definitive Stellungnahme abgeben können, müssen wir noch die Ergebnisse aller durchgeführten Untersuchungen abwarten. Dies kann eine gewisse Zeit dauern, da wir nicht alle Ergebnisse gleichzeitig erhalten.

Wichtig ist zu wissen, dass eine Lebertransplantation nur dann durchgeführt wird, wenn das Risiko für Ihr Kind, mit seiner eigenen Leber zu leben, grösser ist als das Risiko einer Transplantation und ihrer Folgen.