Infektion

   

Eines der häufigsten Probleme nach einer Transplantation ist die Infektion, der oft leichter vorzubeugen ist, als sie sich behandeln lässt. Patienten, die ein Transplantat erhalten haben, sind aufgrund der Einnahme von Medikamenten gegen Abstossungsreaktionen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Diese Medikamente verringern auf unspezifische Weise die Fähigkeit des Körpers, gegen Fremdkörper, Transplantate oder Bakterien zu kämpfen.

Infektionen können durch Bakterien oder durch Viren verursacht werden. Virusinfektionen wie durch den ZMV (Zytomegalievirus) oder Herpes betreffen üblicherweise den Mund oder die transplantierte Leber. In der Regel werden sie mit Medikamenten behandelt, die über 10 bis 14 Tage oral oder intravenös verabreicht werden. Die Pneumocystis-carinii-Pneumonie (PCP) ist eine Lungeninfektion durch einen Parasiten. Die PCP ist eine Art der Lungenentzündung, die häufiger bei Patienten auftritt, deren Immunsystem verändert ist. Sie tritt in der Regel im ersten Jahr nach der Transplantation auf, wenn der Spiegel der Medikamente gegen Abstossungsreaktionen höher ist. Alle transplantierten Patienten nehmen ein Medikament, das das Risiko einer Pneumocystis-Pneumonie verringert. Die Patienten nehmen 3 mal pro Woche (in der Regel Montag, Mittwoch und Freitag) Bactrim® oder ein Pentamidin-Aerosol einmal pro Monat, um dem Eintreten einer PCP-Pneumonie vorzubeugen. Diese Behandlung muss ein Jahr lang nach der Transplantation fortgesetzt werden.

Kinder können die üblichen otorhinolaryngologischen Probleme haben, mit denen alle Kinder konfrontiert sind. Wenn Ihr Kind häufig an Infektionen dieser Art leidet, informieren Sie bitte den Transplantationsarzt und Ihren Kinderarzt, damit sie Sie an einen Facharzt überweisen können. Denken Sie daran, dass Sie die Ärzte des Zentrums anrufen müssen, bevor Sie Ihrem Kind ein neues Medikament geben. Es gibt bestimmte Antibiotika, die Ihr Kind nicht nehmen darf, weil sie die Konzentration von Prograf® erhöhen oder senken können. Wenn diese Antibiotika verabreicht werden müssen, müssen die Konzentrationen von Leberenzymen und von Prograf® bei Ihrem Kind häufig kontrolliert werden.